Die Lebensgeschichte eines Menschen, der 1922 als Wolgadeutscher in der Sowjetunion geboren wurde und 1993 in Österreich starb, fängt schon beim Namen an: Carl Berger oder Kirill Beregow nannte sich der Mann, je nachdem. Ingold führt uns in seinem hellwachen Roman durch ein halbes Jahrhundert europäische Geschichte, collagierend, verdichtend und erzählend. Wir lesen eine literarische Studie, ebenso sprachgewaltig wie sprachkritisch, und, durch das ständige Reflektieren der vielschichtigen Erzählverfahren und Perspektivenwechsel, einen ernsthaft-verspielten Essay über die Möglichkeiten und Grenzen des Erzählens selbst. (Christine Lötscher)