In ihrem Debütroman legt Dagny Gioulami, die eine Schauspielausbildung absolviert hat und seit 1998 Liedtexte, Libretti und Theaterstücke schreibt, einen wahren Geschichtenreigen vor. Ausgangspunkt ist eine chemische Reinigung in Zürich. Hier erfährt die Ich-Erzählerin von einem kaputten Hochzeitskleid, das die Ladenbesitzerin an der Hochzeit ihrer Schwester in zwei Wochen in Konstantinopel tragen soll. Kein Problem, denn die Erzählerin erinnert sich an Tante Irini in Griechenland, die nähen kann wie niemand sonst. Ohne zu zögern bricht sie auf, begleitet vom tätowierten Polizisten. – In knappen Sätzen, einfach und kunstvoll zugleich, entführt uns die Autorin in eine Welt voller Geschichten, märchenhafter Anekdoten von schrulligen Tanten und Onkeln, auch Figuren aus der Mythologie, ja die Schicksalsgöttinnen selbst mischen mit. Der Text lebt von Witz und Erzähllust und wird so zu einem Lesevergnügen mit Tiefgang. (Liliane Studer)