Das 48-Stunden-Gedicht

sur Das 48-Stunden-Gedicht de Jürg Halter

Vor einigen Jahren schufen der Berner Dichter Jürg Halter und sein japanischer Kollege Tanikawa Shuntarõ gemeinsam ein Kettengedicht per transatlantischem E-Mail-Austausch. Beim Verfassen ihres nun erscheinenden zweiten Kettengedichts sassen sie in Tokyo im selben Raum – zusammen mit den Übersetzern Franz Hintereder-Emde und Niimoto Fuminari. Abwechselnd steuern die beiden Dichter, die Grossvater und Enkel sein könnten, Kurzgedichte bei. Diese «Kettenglieder», die oft in Haiku-artiger Reduktion Bilder aus dem Alltagsleben skizzieren und dem Nachdenken überantworten, sind in vielfältiger Weise untereinander vernetzt. Zwei kompatible Geister verkehren hier, in einem Medium, das für Allusion, Ironie und Witz ebenso Platz hat wie für die fernöstliche Symbolsprache. (Florian Bissig)

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