Nach bereits zahlreichen Hör-CDs hat Pedro Lenz mit Der Goalie bin ig seinen ersten Roman veröffentlicht. Gewöhnungsbedürftig ist hier zuerst einmal der konsequent geschriebene Dialekt, doch nach einigen Seiten befindet man sich schon ganz im Kopf des Goalies, der noch nicht lange aus dem Gefängnis entlassen worden ist und nun in seiner mittelländischen Kleinstadt – es könnte gut und gerne das aargauische Langenthal sein – wieder Fuss zu fassen versucht. Einen Job hat er bald, und auch die angebetete Serviertochter hat trotz einer anderen Beziehung viel für den Fabulierer übrig. Doch eine alte Geschichte gerät diesem wieder zum Verhängnis. Dem Mundartdichter und Schriftsteller Pedro Lenz ist mit Der Goalie bin ig ein raffinierter, doppelbödiger literarischer Monolog gelungen. Mit grosser Lust an vollen dialektalen Klängen, mit Melancholie und Ironie lässt er die Gedankenwelt eines warmherzigen, naiven und zugleich verschlagenen Underdogs entstehen, dessen Erzählfreude ihm Lebensrettung, aber auch offenbar unlösbar Verhängnis bedeutet. (Bettina Spoerri)