Die Idee zu diesem Roman ist dem Autor wohl beim Zahnarzt gekommen. Wir kennen alle das Gefühl, wie sich die Mundhöhle zu einer unergründbaren Tiefe ausweitet, sobald die Hand des Spezialisten sie zu einem Ort genauerer Untersuchungen und geschickter Manipulationen macht. Was für uns ein vorübergehender Eindruck bleibt, wird für den jungen Musikwissenschaftler Anton Windl Realität. Ein Zahnarzt findet eine Jahrtausende alte Spange in seinem Mund und lässt diesen zu einer archäologischen Ausgrabungsstätte werden, Ziel mannigfacher Expeditionen von Spezialisten. Erst als sein Vertrauensarzt, ihm hilft, seine störende «Afabulie» zu überwinden, beginnt für Anton Windl die Anamnese des seltsamen Phänomens in seinem Mund. Dieser Romanerstling eines begabten Autors ist eine ironische Parabel auf die Tendenz unserer Zeit, Individuum und Universum miteinander zu verwechseln und mit allen Besonderheiten durch den Beizug fortgeschrittener Wissenschaften und Technologien fertig zu werden. (Daniel Rothenbühler)