Monica Cantieni erzählt in ihrem Roman, der für den Schweizer Buchpreis 2011 nominiert war, von einer etwas anderen Familie – die umso deutlicher zutage treten lässt, was eine Familie ausmachen kann. In Grünschnabel, situiert in der Schweiz der 1960/70er Jahre, findet ein Mädchen nach langem Heimaufenthalt endlich Adoptiveltern und beginnt zögerlich, sich in seiner neuen Umgebung heimisch zu fühlen. Mit pointierten Sätzen und einem bestechenden, scheinbar leichten, naseweisen, dann wieder melancholischen und klaren Blick sieht dieses Kind auf die Welt. Die Autorin findet dafür genau die richtige atmosphärische Mischung und eine präzise Sprache. (Bettina Spoerri)