Lieber Niels

sur Lieber Niels de Matthias Zschokke

Seit 1982 steht Matthias Zschokke mit seinem Freund Niels Höpfner in intensivem Briefaustausch, die letzten acht Jahre auch über E-Mail. Auf diesem Weg gingen Tausende von Nachrichten hin und her, in denen sie sich Lektüren empfahlen oder über Ansichten stritten. Daraus ist ein dickes Buch geworden: ein Tagebuch der Freundschaft. Zschokke bekundet darin sichtlich Mühe mit dem Literaturmarkt, dessen Anforderungen er nicht erfüllen kann. Gekränkt ob des Erfolgs von minderen Talenten im Literaturbetrieb nimmt er seine Kollegen mit spitzen, pointierten Urteilen aufs Korn. Wer hierbei aber nur den literarischen Klagemann sieht, überliest freilich die Ironie und die Einsicht, womit sich Matthias Zschokke vor Selbstgefälligkeit rettet. So hält er in diesem exzentrischen, zugleich witzigen Mailtagebuch subtil eine Balance zwischen Angriff und Einsicht. (Beat Mazenauer)

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