Mit dem Namen Ludwig Hohl verbinden sich Bilder eines kauzigen Mannes, der in einem Genfer Kellerdomizil hauste und arbeitete. Anna Stüssi liefert in ihrer Biographie einen Gegenentwurf dazu. Sie beschränkt sich auf die Darstellung der frühen Jahre in der Erkenntnis, dass darin das gesamte Werk von Ludwig Hohl schon vollauf angelegt ist. Sie kann sich dafür auf mehrheitlich unpublizierte Quellen stützen. Entstanden ist derart das einfühlsame Porträt eines Menschen, der das Leiden an sich selbst, an Freunden und Geliebten und an den bedrohlichen Zeitumständen kontinuierlich verarbeitet und mit grosser poetischer Kraft transformiert hat. (Beat Mazenauer)