Peter Meander nimmt nicht «Urlaub von seinem Leben» wie Ulrich, Musils Mann ohne Eigenschaften, er kündigt bloss seine Stelle als Kurator. Statt den bildenden Künsten widmet er sich nun der Lebenskunst. «Was du dir vormachst, machst du dir nach», lautet seine zweideutige Devise. Was heisst das für einen, der wissen will, was den Menschen ausmacht? Für Meander sind es die Künste, die von der Vorahnung leben. Sie werden zu Kitsch, wenn wir diese einholen. Gilt das auch von der Lebenskunst? Der Roman bricht dort ab, wo dies überprüfbar würde: in der Begegnung Meanders mit einer Frau. Der kleine Roman ist eine geistreiche Spielanlage, das Spiel müssen wir Lesenden selbst spielen. (Daniel Rothenbühler)