Eine Frau verliert bei einem Unfall ihr Gesicht und ihren Mann. Peter Stamm begleitet mit der ihm eigenen distanzierten Nähe in seinem neuen Roman diese Frau auf dem Weg in ein neues Leben. Dabei wird deutlich, dass, selbst wenn sich die äußeren Umstände komplett verändern, die Bedürfnisse und Ängste dieselben bleiben. Daran ändert auch nichts, dass Gillian noch im Spital durch das Loch in ihrem Gesicht, wo einst die Nase war, »in ihr Inneres« gesehen hat. Etwas gar routiniert platziert Peter Stamm in Nacht ist der Tag eine Vielzahl von Lebensweisheiten. Die aufgeladenen Botschaften übertönen zuweilen die stilistische Eleganz.
(Alexandra von Arx, Viceversa 8, 2014)