Seit Jahren schreibt Franz Dodel täglich an einem «unendlichen Gebet» weiter. Im Wechsel von Versen mit fünf und sieben Silben variiert er die japanische Haiku-Form. Davon getragen lässt sich der Dichter zu Gedanken über Leben und Tod, Profanes und Heiliges, Natur und Kultur verführen. Es geht Dodel dabei weder ums Ankommen noch um eine Pointe, er verlässt sich allein auf diese poetische Bewegung. So gibt er sich einem bedächtigen, selbstgewissen Räsonnieren und Beobachten hin, das auch die Lektüre zum gelassenen Exerzitium werden lässt. Nicht bei Trost ist in mehrfacher Hinsicht grosse Dichtung. (Beat Mazenauer)