Nicht am Geschick der beiden Titelfiguren werden wir durch dieses Zeiten und Räume sprengende Feuerwerk der Sprache geführt, sondern an jenem Evas und ihres Adams, und – da er der Alte geblieben ist – auch seiner Geliebten Claps, die aus der Zweier- eine Dreierbeziehung macht. Eva schafft es trotz ihrer Lehrjahre bei Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir nicht, mit dieser unbiblischen «Dreieinigkeit» gefühlsmässig ebenso souverän umzugehen wie intellektuell. Subjekt zu werden und sich dem übermächtigen (und genussreichen!) Eros hinzugeben bleibt für Eva eine Aufgabe, zu der Schlagworte wie «Gleichstellung» wenig beitragen. Eher wäre eine umfassende «Umwertung» im Sinne Judith Butlers anzustreben, und für eine solche muss das ganze Personal von Eva (mit Adam), über Julia (mit Romeo) bis Bonnie (mit Clyde), aber auch Robinson (mit Freitag) und Tadzio (mit Aschenbach) mobilisiert werden. Mit diesem Roman erweist sich Isolde Schaad einmal mehr als eine der sprachmächtigsten Figuren der deutschsprachigen Literatur aus der Schweiz, Männer sind mitgemeint. (Daniel Rothenbühler)