War meine Zeit meine Zeit

sur War meine Zeit meine Zeit d’Hugo Loetscher

Kurz vor seinem Tod hat Hugo Loetscher ein Buch fertiggestellt, das sein Leben auf eine höchst kunstvolle, lebendige Art und Weise Revue passieren lässt, ohne dass der Eindruck von Memoiren entsteht. In Bildern und Momentaufnahmen und nur sehr wenigen zusammenhängenden Erzählpassagen stellt er sein Leben zu den Flüssen in Beziehung, an denen es stattfand: der Fluss der Kindheit, die Sihl, der Tiber, der Ganges, die Flüsse Afrikas und Südamerikas. Wie selbstverständlich kommen so nochmals die grossen Themen von Loetschers Werk – die Selbstfindung des Intellektuellen, die Auseinandersetzung mit der Zeit, der Aufbruch in die Welt, die Diskrepanz von Reichtum und Armut – in den Blick und werden zu den Chiffren einer Bilanz, die nicht eine Summe zieht, sondern nochmals die ganze Fülle erahnbar macht. Und schon auf der zweiten Seite taucht auch jener Fluss auf, der heimlich die Hauptrolle spielt und der immer mit dabei ist, wenn ein neuer Aufbruch angesagt ist: «Wenn Weggehen ‹ein bisschen Sterben› bedeutet, fing ich mit ein bisschen Sterben an, mit einem ersten Sterben wohl, um sich an all die andern zu gewöhnen, die folgten, bis zum definitiven Ankommen beim Tod.» (Charles Linsmayer)

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