Ernst Zahn
Ernst Zahn wurde am 24. Januar 1867 als Sohn eines Hoteliers in Zürich geboren. Die Schulen besuchte er an den Wirkungsstätten des Vaters. 1880 zog die Familie nach Göschenen (Kanton Uri), wo der Vater die Bahnhofswirtschaft am Gotthardtunnel übernahm. Zahn sollte ihm nachfolgen und absolvierte Lehrjahre in England und Italien. Ende der achtziger Jahre begann er die Hotelierlehre bei seinem Vater und übernahm 1900 dessen Betrieb. Bereits einige Jahre vorher hatte er zu schreiben begonnen. Den endgültigen Durchbruch aber schaffte Zahn mit seinem Roman Albin Indergand, dem viele weitere Erfolgsbücher folgten, die vor allem den Bedarf des deutschen Publikums an Heimatliteratur deckten. Ernst Zahn wurde zum Inbegriff des Schweizer Heimatdichters und vor allem von der deutschen Kritik überschwänglich gefeiert. Insgesamt schrieb er 28 Romane und 30 Erzählbücher, die insgesamt eine Auflage von fast vier Millionen Exemplaren erreichten. 1913 wurde Zahn Präsident des SSV, musste aber bereits ein Jahr darauf zurücktreten, da er für kurze Zeit in die deutsche Kriegsbegeisterung eingestimmt hatte. Im Jahr 1916 gab Zahn den Beruf des Restaurateurs auf und lebte fortan als freier Schriftsteller mit seiner Familie im luzernischen Meggen. In den Wintermonaten wohnte er in seinem Vaterhaus in Zürich, wo er eine wichtige Rolle im kulturellen Leben spielte. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Zahn von jüngeren Autoren und der Kritik, die sich inzwischen von der Heimatkunst distanzierten, trotz weiteren Bestsellern als blosser Unterhaltungsautor betrachtet. Ernst Zahn starb am 12. Februar 1952 in Meggen. Nach 1945 ging sein Werk, das neben den erfolgreichen Romanen auch aus Dramen, Lyrik und Jugendbücher besteht, fast vollständig vergessen und harrt bis heute seiner Wiederentdeckung.