Jakob Bührer
Jakob Bührer wurde am 8. November 1882 in Zürich als Sohn eines Buchdruckers geboren. Er wuchs in Schaffhausen in ärmlichen Verhältnissen auf. Schon während der kaufmännischen Lehre begann Bührer zu schreiben, markierte doch das Jahr 1901 den Beginn seiner journalistischen und literarischen Tätigkeit. 1904 besuchte er kurz die Berliner Journalistenschule und war anschliessend als Redaktor tätig, ehe ihm der Erfolg des ersten Romans «Aus Konrad Sulzers Tagebuch» die Existenz als freier Schriftsteller ermöglichte. 1912 hatte er bereits als Mitbegründer des Schweizerischen Schriftsteller-Vereins gewirkt. Grosse Beachtung wurde Jakob Bührer durch die Erfolge mit dem Laien-Tourneetheater «Freie Bühne Zürich» zuteil, das mit der Aufführung von Bührers Mundart-Satire Das Volk der Hirten die schweizerische Kabarett-Tradition begründete. 1932 trat er unter dem Eindruck des Armeeinsatzes gegen die Sozialisten in Genf der SP bei. In der Folge verzichteten viele Blätter auf seine Artikel. Die weitgehende Isolation durch die bürgerliche Presse und den (meist bürgerlichen) Literaturbetrieb kostete Bührer weitgehend seine ökonomische Basis. So war er fortan für sozialdemokratisch und gewerkschaftlich orientierte Zeitungen und Zeitschriften tätig und arbeitete als Lektor und Übersetzer bei der Büchergilde Gutenberg. Ab 1936 lebte Jakob Bührer in Verscio (TI), wo er sich vor allem mit seinem Hauptwerk, der Trilogie Im Roten Feld befasste. Das historische Erzählwerk beschreibt die Geschichte der Schweiz in der Zeit der Französischen Revolution, blieb aber unvollendet. Jakob Bührer starb am 22. November 1975 in Locarno.