Christian Haller begleitet einen Fotografen an einen Kongress über moderne Bildpraktiken. Die Reise in ein fremdes Land wird überschattet von irritierenden Eindrücken. Vor allem sein unheimlicher Reisebegleiter, der für andere unsichtbar bleibt, beunruhigt den Protagonisten. Der seltsame Fremde rührt alte Geschichten und Bilder in ihm an. Mit Anleihen aus Mark Twains gleichnamiger Erzählung spürt Hallers Roman einem Gefühl der Befremdung nach, das sich auch in der Fotografie niederschlägt. Wie viel Wirklichkeit können wir wahrnehmen? Das Buch ist sorgfältig komponiert, am Ende aber fehlt ihm etwas von Twains Rätselhaftigkeit.
(Beat Mazenauer, Viceversa 8, 2014)